Waschbecken läuft nicht ab – Siphon ausbauen und reinigen

Unter jedem Waschbecken sitzt ein leicht geschwungenes Rohrstück – der Siphon. Er hält Gerüche aus der Kanalisation fern, sammelt aber auch Haare, Seifenreste und Ablagerungen. Wenn das Wasser plötzlich schlecht abläuft oder gar nicht mehr, ist der Siphon oft der erste Ort, den es zu prüfen gilt.


Was der Siphon ist und warum er verstopft

Der Siphon – auch Geruchsverschluss genannt – ist das gebogene Rohrstück direkt unter dem Abfluss. Durch die Biegung bleibt immer etwas Wasser stehen, das als Sperrschicht gegen Kanalgerüche wirkt.

Genau diese Biegung ist aber auch eine Falle für alles, was mit dem Wasser mitgespült wird. Haare wickeln sich um die Innenwände, Seifenreste kleben sich fest, Kalk lagert sich ab. Mit der Zeit entsteht daraus eine dichte Masse, die den Wasserfluss bremst oder ganz stoppt.


Vorbereitung: Was du brauchst

Für den Ausbau des Siphons brauchst du kein Spezialwerkzeug. In den meisten Fällen lässt sich der Siphon per Hand abschrauben – die Überwurfmuttern sind dafür ausgelegt.

Folgendes sollte bereitliegen:

  • Ein Eimer oder eine flache Schüssel
  • Alte Handtücher oder Zeitungspapier
  • Einweghandschuhe
  • Eine alte Zahnbürste zum Reinigen
  • Bei Bedarf eine Rohrzange

Stell den Eimer direkt unter den Siphon, bevor du ihn öffnest. Selbst wenn das Becken leer wirkt, enthält der Siphon noch Restwasser.


Schritt-für-Schritt: Siphon ausbauen und reinigen

Der Ausbau dauert ohne Erfahrung etwa 10–15 Minuten. Mit etwas Übung geht es deutlich schneller.

  • Eimer unter den Siphon stellen
  • Überwurfmutter am Abflussrohr abschrauben (Pfeilrichtung beachten: gegen den Uhrzeigersinn)
  • Überwurfmutter am Wandanschluss lösen
  • Siphon vorsichtig herausnehmen – Restwasser läuft in den Eimer
  • Inhalt des Siphons inspizieren und in den Eimer leeren
  • Innen mit Zahnbürste und warmem Wasser gründlich schrubben
  • Dichtungsringe prüfen – sind sie spröde oder verformt, austauschen
  • Siphon wieder einsetzen und beide Muttern handfest anziehen
  • Wasser laufen lassen und auf Undichtigkeiten prüfen

Beim Wiedereinbau nicht zu fest anziehen. Kunststoffsiphone können bei übermäßigem Druck reißen. Handfest plus eine halbe Umdrehung reicht.


Was du im Siphon findest – und was es bedeutet

Ein frisch ausgebauter Siphon zeigt oft mehr als erwartet. Schwarze, schleimige Ablagerungen deuten auf Bakterienbefall hin. Ein Knäuel aus Haaren und Seife ist der klassische Verstopfungsgrund. Weißliche Krusten stammen von Kalk.

Riecht der Siphon stark, obwohl er nicht komplett verstopft ist, fehlt möglicherweise das Stauwasser in der Biegung. Das passiert, wenn der Siphon undicht ist oder das Wasser verdunstet – etwa nach längerer Nutzungspause.


Typische Fehler beim Siphon-Ausbau

Manche versuchen, den Siphon mit Gewalt zu lösen, wenn er sich nicht leicht dreht. Das führt schnell zu gerissenen Dichtungen oder gebrochenen Muttern. Besser: kurz mit warmem Wasser übergießen, um Kalkablagerungen zu lockern, dann erneut versuchen.

Ein weiterer Fehler ist das Vergessen der Dichtungsringe. Sie fallen beim Ausbau leicht heraus und landen unbemerkt im Eimer. Ohne diese Ringe dichtet der Siphon nach dem Einbau nicht mehr ab.


Was im Alltag wirklich hilft

Wer den Siphon regelmäßig prüft, verhindert hartnäckige Verstopfungen. Ein Siphon-Reinigungsset enthält neben einer geeigneten Bürste oft auch Ersatzdichtungen – das spart einen zweiten Gang zum Baumarkt, wenn die alten Ringe beim Ausbau brüchig sind.


Kurzfazit

Der Siphon ist die häufigste Ursache für einen schlecht oder gar nicht ablaufenden Abfluss. Ausbau und Reinigung sind ohne Fachkenntnisse möglich und dauern kaum länger als eine Viertelstunde. Wer dabei sorgfältig vorgeht und die Dichtungsringe nicht vergisst, hat danach meist ein einwandfrei funktionierendes Waschbecken.


Häufige Fragen

Muss ich den Wasseranschluss absperren, bevor ich den Siphon ausbaue?

Nein. Der Siphon sitzt hinter dem Abfluss, nicht am Zulauf. Solange du keinen Wasserhahn aufdrehst, während der Siphon ausgebaut ist, tritt kein Wasser aus.

Was mache ich, wenn sich die Überwurfmutter nicht drehen lässt?

Kurz mit warmem Wasser übergießen, um Kalkablagerungen zu lösen. Hilft das nicht, eine Rohrzange mit einem Tuch als Schutz verwenden, um das Kunststoffteil nicht zu beschädigen.

Wie oft sollte ich den Siphon reinigen?

In einem normalen Haushalt reicht eine Reinigung alle 6–12 Monate. Wer lange Haare hat oder das Waschbecken intensiv nutzt, sollte alle 3–4 Monate nachschauen.

Was tun, wenn der Siphon nach dem Einbau tropft?

Meist liegt es an einem falsch sitzenden Dichtungsring oder einer nicht fest genug angezogenen Mutter. Siphon nochmals abnehmen, Dichtungen kontrollieren und neu einsetzen.